Servus! Ich habe an der Universität des Baskenlandes (Spanien) einen vierjährigen Bachelor in Geomatik und Topographie absolviert, wohne aber seit ca. vier Jahren in Deutschland. Ich habe schon während meines Studiums ein paar Erfahrungen im Ausland gemacht (Praktikum, Erasmus, Intergeo, KonGeoS, IGSM und YSEM) und diese haben mir geholfen festzustellen, in welche Richtung ich mich entwickeln möchte. Deswegen wollte ich die Chance nicht missen ein zusätzliches Praktikum in der EU zu machen, welches mir Dank des Stipendiums EPEZ IX (Erasmus +) ermöglicht wurde.

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Sandra Uceda Queirós
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Wiens bestes Schnitzel

Ich wollte unbedingt in einem Deutschsprachigen Land bleiben, um meine Sprachkenntnisse weiter zu entwickeln. Auch wenn ich Österreich noch nicht kannte, fand ich Wien immer sehr attraktiv. Es ergab sich dann die Chance ein Praktikum bei Vermessung Schmid ZT GmbH in Klosterneuburg zu machen. Die Firma besteht seit 1951 und beschäftigt über 30 Mitarbeiter. Neben der klassischen Katastervermessung und Ingenieurvermessung sind sie im Bereich Photogrammetrie und Laserscanning tätig. Darüber hinaus werden auch GIS Systeme entwickelt und 3D Stadt Modelle generiert.

In Wien bin ich an einem Samstag gelandet und Montag hatte ich schon ein Kennlerngespräch in der Firma, ich musste mich also in wenigen Tagen einleben. In Wien bin ich an einem Samstag gelandet und Montag hatte ich schon ein Kennlerngespräch in der Firma, ich musste mich also in wenigen Tagen einleben.

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Schönbrunn Palace

Ich habe in einer 11er WG gewohnt und auch wenn es etwas umständlich oder sogar verrückt klingt, haben wir uns kennengelernt und wussten, dass wir eine tolle Zeit haben werden. Meine Mitbewohner kamen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen (Baubereich, Sport, Sozialpädagogik, Chemie, etc.). Die Wohnung war sehr Zentral, im 9. Bezirk direkt vor der Universität und neben dem Rathaus. Im Gegensatz dazu habe ich aber eine Stunde zur Arbeit gebraucht, weil ich dreimal umsteigen und 20 Minuten laufen musste... Trotzdem habe ich meine freie Zeit sehr genossen und das hat das ganze kompensiert. Wir waren beim Donauinselfest (das grösste Freiluft-Musikfestival der Welt), verschiedene Veranstaltungen vor dem Rathaus (Eurovision Song Contest, F1, etc.) oder einfach chillen am Donaukanal. Dadurch dass Wien so nah an anderen europäischen Metropolen ist, hatte ich die Möglichkeit innerhalb kurzer Zeit nach Bratislava, Budapest und Ljubljana zu reisen.

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Arbeitsplatz bei Vermessung Schmid

Ich habe in der Laser Scanning und Photogrammetrie Abteilung gearbeitet, wo ich die Gelegenheit hatte, unterschiedliche Aufgaben zu erledigen und neue Prozesse zu erlernen. Am Anfang habe ich mich mit der Klassifizierung von Airborne Laser Scanning Daten beschäftigt. Mithilfe der Software TerraScan von der Firma TerraSolid und MicroStation habe ich die verschiedenen Teile des Skriptes von den Macros analysiert. Nachdem ich den Kernprozess verstanden habe, konnte ich diese ebenfalls benutzten, um die Klassifizierung von Grundelementen wie Vegetation, Bäume, Wasser, Gebäude oder Brücken durchzuführen.

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Luftbilder von Klosteneuburg

Die letzten zwei Monate meines Praktikums habe ich die Auswertung von Luftbildern aus Klosterneuburg gemacht. Aus verschiedenen Gründen (z.B. Schwarzbauten) wird seit mehr als 20 Jahren alle Fünf Jahre das ganze Dorf überflogen und neu digitalisiert bzw. aktualisiert. Ausgehend von den aktuellen Luftbildern, war meine Aufgabe die Erzeugung und Anpassung der Seam-Linien um die Mosaikierung des ganzen Gebietes zu erstellen. Dafür habe ich die Software OrthoMaster und OrthoVista von der Firma Trimble Inpho benutzt. Erst dann konnte ich die Digitalisierung von vor Fünf Jahren zusammen mit dem von mir generierten Orthophoto in DAT/EM Summit Evolution laden und anfangen neue Elemente direkt in MicroStation dreidimensional zu digitalisieren oder alte zu klassifizieren.

Die 3D Digitalisierung durfte ich an einem anderen Projekt üben, wo es um einen Teil der Elbe ging. Ich war zwischendurch auch im Außendienst und habe bei verschiedenen Messungen für den Bau der ersten vollautomatischen U-Bahn Linie in Wien teilgenommen.

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Donauinselfest

Allgemein bin ich sehr zufrieden und dankbar dafür, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, für drei Monate in Österreich ein neues internationales Arbeitsumfeld kennenzulernen. Ich konnte mich an das Wiener Deutsch in wenigen Wochen gewöhnen und habe mit sehr interessanten Menschen gelebt und gearbeitet. Da die drei Monate viel zu schnell vergangen sind, wird mir Wien in bester Erinnerung bleiben.

PD. Muchas gracias an den Förderverein der KonGeoS e.V. für die finanzielle Unterstützung!