Ich wusste bereits früh im Studium, dass ich ein Semester im Ausland studieren möchte. Wo es jedoch hin gehen sollte, stand noch offen. Da ich selbstverständlich noch keine Erfahrung mit der Organisation eines Austauschsemesters hatte, begann ich bereits ca. 1 Jahr vorher, mich über in Frage kommende Universitätsstädte zu informieren und mit Professoren über deren Kontakte zu sprechen.

Vorbereitungen

Die Wahl des Ortes ist eine der wesentlichsten Entscheidungen des gesamten Projekts, die wohlüberlegt sein will. In unserem Studium der Geodäsie hat es, möglicherweise auf Grund der geringen Studentenzahl, weniger Optionen gegeben als in „großen“ Studienrichtungen wie Jus oder Wirtschaft. Ein wesentlicher Vorteil war jedoch, dass man frei und ohne Druck entscheiden kann und sich nicht einem aufwendigen Bewerbungsverfahren unterziehen muss, weil nicht genügend Plätze vorhanden sind. Nachdem ich die Argumente abgewogen hatte, kam ich letztlich zu dem Entschluss, mich für ein Semester an der ETH Zürich einzuschreiben. Üblicherweise wird der Erasmusaufenthalt auch gerne dafür genutzt, um eine Fremdsprache zu erlernen oder zu verbessern. Da Zürich in der deutschsprachigen Schweiz liegt, fiel dieser Vorteil für mich weg. Ich habe mich dennoch für Zürich entschieden, da die ETH Zürich in Europa und vermutlich sogar weltweit den Ruf hat, eine ausgezeichnete Universität zu sein. Nachdem ich von meinem Erasmus-Koordinator die Bestätigung über meine Aufnahme erhalten hatte, erhielt ich bald darauf von der ETH den „Letter of Acceptance“. Nun konnten die konkreten Vorbereitungen beginnen. Das Erasmus-Büro war bei der Organisation eine gute Hilfe. Es gibt eine Checkliste, was vor, während und nach dem Aufenthalt zu erledigen ist. Es sollte sich herausstellen, dass ich nicht zu früh mit der Planung begonnen hatte. Es mussten viele Formulare ausgefüllt, ein Plan der zu besuchenden Lehrveranstaltungen erstellt („Learning Agreement“) und schließlich mit dem Studiendekan abgesprochen werden. Außerdem musste klarerweise eine Unterkunft gefunden werden. Ich vermute, dass der Aufenthalt in der Schweiz im Vergleich zu EU-Ländern etwas mehr Aufwand erfordert. Jeder Erasmus Studierende erhält für die Dauer des Aufenthalts ein Stipendium, das jedoch nicht der Finanzierung dient, sondern den Preisniveauunterschied ausgleichen soll. Um dieses Stipendium („Erasmus Zuschuss“) zu erhalten, müssen für jeden Monat des Aufenthalts mindestens 3 ECTS erbracht werden. Ein Großteil der LVAs sollte studienspezifisch sein, dies liegt jedoch auch im eigenen Interesse, da man sich die LVAs nach Absprache mit dem Studiendekan anrechnen lassen kann. Die Wohnungssuche gestaltet sich in der Schweiz und speziell in Zürich schwierig, nach einigem Suchen konnte ich jedoch ein Zimmer in einer Studentenwohnung zu einem angemessenen Preis finden.

 
Das Semester an der Universität

Mitte Februar 2012 ging es dann endlich los! Ich freute mich schon sehr darauf und war gespannt, was mich erwarten würde. Während der ersten Tage meines Aufenthalts hatte das Semester noch nicht begonnen und ich hatte Zeit, mich einzuleben. Ich wohnte in einer 3- stöckigen WG, in der noch acht weitere Personen wohnten. Das mag beim ersten Eindruck sehr viel und umständlich klingen, auch ich war anfangs ein wenig skeptisch. Aber nachdem ich meine WohnungskollegInnen kennen gelernt hatte, waren alle Zweifel verflogen und es war klar, dass wir eine tolle Zeit haben werden. Dies sollte sich mehr als bestätigen. Ein paar Tage später begann dann das Semester an der Uni. Es waren ca. 15 Studierende in den Vorlesungen und da jeder deutsch sprach, konnten auch die Vorlesungen auf Deutsch gehalten werden. Ich merkte bald, dass während des Semesters viel zu tun sein wird, aber das habe ich auch erwartet. In fast jeder Lehrveranstaltung mussten wöchentlich Programme abgegeben oder Projekte bearbeitet werden. Das Uni-Semester war jedenfalls hochinteressant, da die ETH Zürich viele Mittel zur Verfügung hat und sehr gut ausgestattet ist! Dies ermöglicht auch eine qualitativ hochwertige und praxisorientierte Lehre. Es wurden auch mehrere Exkursion angeboten, so zum Beispiel zur Geostation Zimmerwald, die als Referenz für die schweizer Landesvermessung dient und zum Ceneri Basistunnel. Die Prüfungsmethoden an der ETH unterschieden sich im Vergleich zu dem, was ich aus Wien kannte. Das Semester dauerte von 20. Februar bis 31. Mai. Nachdem die bereits erwähnten Programme und Projekte positiv beurteilt wurden, war man für die Prüfung zugelassen. Die Prüfungen finden jedoch nicht am Ende des Semesters oder zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit statt, sondern während dreier Wochen im August. Dies bedeutet, dass an mitten im Sommer mehrere Prüfungen innerhalb kurzer Zeit hat, wobei die Professoren bezüglich der Termineinteilung mit sich reden lassen. Ich hatte ausschließlich mündliche Prüfungen und für die erhaltenen ECTS war der Aufwand angemessen. Es hat also an der Uni alles bestens geklappt!

 
Das soziale Leben

Selbstverständlich geht es bei Erasmus nicht ausschließlich um das Studieren. Der soziale Aspekt sollte nicht vernachlässigt werden. Es wird kaum wo so einfach sein, neue Leute kennen zu lernen und lebenslange Freundschaften mit StudentInnen aus anderen Ländern zu schließen! Erasmus hat in jeder Stadt ein sogenanntes „Student Network“, das von lokalen Studierenden durch freiwillige Mitarbeit betrieben wird. Es werden ständig Ausflüge, Städtetrips und Abendveranstaltungen angeboten, die es einem ermöglichen zum einen neue Leute kennen zu lernen, und zum anderen auch das Land, in dem man sich aufhält. Ende August hieß es dann Abschied nehmen. Obwohl die Abreise natürlich nicht unerwartet kam, fiel sie doch alles andere als leicht. Das hat jedoch auch etwas Gutes, denn Abschied fällt nur schwer, wenn man sich willkommen und wohl fühlte! Ich durfte ein tolles Semester in Zürich verbringen, voll spannender Momente und neuer Erfahrungen. Die sechs Monate sind viel zu schnell vergangen und dieses halbe Jahr wird mir in bester Erinnerung bleiben!

Selbstverständlich geht es bei Erasmus nicht ausschließlich um das Studieren. Der soziale Aspekt sollte nicht vernachlässigt werden. Es wird kaum wo so einfach sein, neue Leute kennen zu lernen und lebenslange Freundschaften mit StudentInnen aus anderen Ländern zu schließen! Erasmus hat in jeder Stadt ein sogenanntes „Student Network“, das von lokalen Studierenden durch freiwillige Mitarbeit betrieben wird. Es werden ständig Ausflüge, Städtetrips und Abendveranstaltungen angeboten, die es einem ermöglichen zum einen neue Leute kennen zu lernen, und zum anderen auch das Land, in dem man sich aufhält. Ende August hieß es dann Abschied nehmen. Obwohl die Abreise natürlich nicht unerwartet kam, fiel sie doch alles andere als leicht. Das hat jedoch auch etwas Gutes, denn Abschied fällt nur schwer, wenn man sich willkommen und wohl fühlte! Ich durfte ein tolles Semester in Zürich verbringen, voll spannender Momente und neuer Erfahrungen. Die sechs Monate sind viel zu schnell vergangen und dieses halbe Jahr wird mir in bester Erinnerung bleiben!